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  • 07Jul

    Eines der bekanntesten Fotomotive Uruguays ist die in den Klippen Punta Ballenas gelegene Casa Pueblo mit ihren leuchtend weißen Mauern und dem schier unüberschaubaren kaskadenartigen Labyrinth seiner Terrassen und Türmchen.

    Casa Pueblo

    Das Bauwerk scheint organisch, mehr gewachsen als gebaut, runde, natürliche Formen herrschen vor. Es ist ein magischer Ort mit einer faszinierenden Atmosphäre und wer nach Punta del Este kommt, sollte auf jeden Fall einen Besuch einplanen.

    Eine Besichtigung am Wochenende ist allerdings nicht unbedingt ratsam, denn dann ist die Casa Pueblo oft ziemlich überlaufen und von der besonderen Stimmung ist dann nicht viel zu spüren. Am besten, man sucht sich einen Spätnachmittag in der Woche außerhalb der Hauptreisezeit aus und genießt bei einem guten Glas Tannat auf einer der Besucherterrassen den Sonnenuntergang über dem Río de la Plata – das ist pure Magie.

    Der Sonnenuntergang wird zumindest während der Sommermonate in Uruguay ohnehin Abend für Abend regelrecht zelebriert – am Strand, an den Küstenpromenaden, überall strömen die Menschen zusammen, um mit dem Matebecher in der Hand und der Thermoskanne unter dem Arm das Schauspiel zu genießen. Wenn die Sonne schließlich verschwunden ist, erhält sie sogar Applaus. Auf den Terrassen des Casa Pueblo applaudiert man nicht nur der Sonne, sondern der Gesamtinszenierung und natürlich dem Schöpfer dieses Kunstwerks – dem berühmten uruguayischen Maler und Bildhauer Carlos Páez Vilaró.

    In den Werken Vilarós spielt die Sonne eine wichtige Rolle. “Durch die Sonne kann ich die Farben des Lebens sehen, wenn die Dunkelheit Platz macht für das Licht des neuen Tages. Und eine neue Welt ist geboren.”, sagte er einmal.

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    Carlos Páez Vilaró, der manchmal auch als der Picasso Uruguays bezeichnet wird, wurde 1923 in Montevideo geboren. Der Künstler hat über vierzig Jahre an dem bemerkenswerten Bauwerk gearbeitet, das heute ein Hotel, Restaurants, ein Museum mit sehenswerten Werken Vilarós sowie das Atelier und die Wohnung des Künstlers beherbergt.

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    Geplant hatte Carlos Páez Vilaró das alles nicht. Es ist entstanden – planlos – ohne auch nur die Grundregeln der Architektur zu beachten. Páez Vilaró “entschuldigte” sich sogar dafür: “Ich bitte die Architektur um Verzeihung, weil ich so frei wie ein Töpfervogel war.”

    Als er 1958 die erste Hütte baute, gab es weder Strom noch Wasser in Punta Ballena, keine angelegten Straßen, keinen Baum und keinen Strauch. Mit den eigenen Händen und einer einfachen Schaufel zog er Mauer für Mauer, ständig im Kampf gegen gerade Linien und Winkel. Als schließlich aus der Hütte so etwas wie ein Haus wurde, fragten die Behörden nach der Baugenehmigung. “Ich brauche keine Genehmigung,” argumentierte Páez Vilaró, “denn ich baue kein Haus, sondern eine begeh- und bewohnbare Skulptur.” Man hat ihn gewähren lassen. Die Genehmigung hat er bis heute nicht.

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    Gewidmet, so sagt man, habe er die Casa Pueblo seinem Sohn, der 1972 einer der wenigen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes in den chilenischen Anden war. Das Unglück hatte für weltweites Aufsehen gesorgt, da Carlos Paéz Rodriguez und die fünfzehn anderen Überlebenden über zwei Monate in etwa viertausend Meter Höhe und bei Temperaturen bis zu Minus vierzig Grad nur deshalb aushielten, weil sie die sterblichen Überreste der Verstorbenen verzehrten. (Wikipedia-Artikel)

    Das Museum ist täglich von 9 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Der Eintrittpreis beträgt 5 US$. Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt frei.

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    Adios sol y hasta mañana!

    Erstellt von Michael van Bevern, 14:14 Uhr

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