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  • 03Jun

    Vorab: Dieser Artikel wird der vorerst letzte in diesem Blog sein. Einige Besucher werden längst festgestellt haben, dass es in letzter Zeit immer seltener neue Artikel gab. Das hat verschiedene Gründe.

    Auf den ersten habe ich bereits mehrfach hingewiesen: Mir fehlt zunehmend die Zeit, eine Tatsache, über die ich mich keinesfalls beklagen möchte, denn unser Immobiliengeschäft nimmt uns sehr in Anspruch – das freut uns!

    Aber es gibt auch andere Gründe.

    Ich habe z. B. einfach die Nase voll, für meine Meinung und meine Darstellung des Landes von bestimmten Personen immer wieder angegriffen zu werden. Warum soll ich mir das weiter antun?

    Schlammschlachten sind mir zuwider, deshalb haben wir uns nie an ihnen beteiligt und uns u. a. aus allen Uruguay-Foren herausgehalten, womit ich keinesfalls sagen möchte, dass Schlammschlachten kennzeichnend seien für diese Foren. Im Gegenteil, es gibt sehr wohl auch ausgesprochen informative und behutsam und sachlich administrierte Foren. Trotzdem sind einige von ihnen manchmal Keimzellen ziemlich würdelosen Gezänks und daher werden wir uns auch in Zukunft fernhalten. Wenn ich sämtliche Kommentare zu meinen Artikeln in diesem Blog tatsächlich veröffentlicht hätte, wäre auch das eine Schlammschlacht geworden – nein, das ist nicht unser Stil und es macht uns auch keinen Spaß!

    Ein weiterer Grund ist, dass es im Internet inzwischen genügend Informationen über Uruguay gibt, sehr viel Positives, aber auch Negatives, sehr viel Sachliches, aber auch Unsachliches – wer sich einen Eindruck von Land und Leuten verschaffen möchte, der wird zwangsläufig bald feststellen, dass es DAS einzig wahre objektive Uruguay-Bild einfach nicht gibt und auch wohl nicht geben kann.

    Es ist so eine Sache mit der Objektivität. Muss nicht jeder Bericht und jeder Foren- oder Blog-Kommentar zwangsläufig subjektiv sein? Ich wundere mich immer über diejenigen, die glauben, ihre eigene Meinung in den Rang einer Objektivität erheben zu können. Es wird, genau wie zu so vielen anderen Themen, auch über Uruguay und die Uruguayer immer die verschiedensten Meinungen und Einstellungen geben und ich meine, das ist gut so. Jeder gewinnt naturbedingt seine eigenen Einsichten, keiner kann erwarten, die gleichen Erfahrungen wie irgendjemand anderes zu machen. Aus dieser Binsenweisheit jedoch gleich zu schließen, dass der andere die Unwahrheit sagt, oder gar „Schwachsinn“ oder „Lügenmärchen“ verbreitet, ist entweder anmaßend oder einfach nur boshaft.

    Einer unserer Kunden machte mich jüngst auf folgenden Artikel eines anderen Uruguay-Blogs aufmerksam, in dem der Verfasser unterstellt, dass positive Berichte über Uruguay lediglich die Taschen derjenigen füllen sollen, die, in welcher Weise auch immer, an einer vorteilhaften Darstellung des Landes verdienen.

    Hier der Text:

    „‚……….viele verstehen das nicht und nehmen diese heile vorgegaukelte Welt als bare Münze. Ich habe nichts dagegen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Daher tut man alles, damit die Einwanderer, die nach Paraguay (bzw. Uruguay – Anm. des Verf.) wollen, nur die Sonnenseiten zu Gesicht bekommen. Den Leuten wird was vorgespielt indem man ihnen vermitteln will, dass man hier 365 Tage im Jahr Urlaub feiert. Man verdient ja mit ihnen und nicht schlecht: es werden Papiere gemacht, Häuser gebaut, Zimmer vermietet, Immobilien und Autos verkauft etc.. Man vermittelt Kontakte, kassiert Provisionen und der Neuankömmling bedankt sich noch artig dafür…………! ‚Speziell die letzten beiden Sätze passen auch zu Uruguay … – aber das wird wohl in vielen Ländern so sein…….“

    Dazu ein paar Anmerkungen:

    1. Ich würde gern einmal die Webseite kennen lernen, auf der an einer Einwanderung nach Uruguay Interessierten etwas von 365 Tagen Urlaub erzählt wird!

    2. Wir kennen tatsächlich eine Menge Einwanderer in Uruguay, die genau das tun. Sie machen 365 Tage Urlaub in ihrer neuen Heimat – und warum auch nicht?

    3. Jedes Land hat seine Sonnen- und Schattenseiten, das ist ganz klar. Ebenso klar scheint es mir, dass jeder selbst mit seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung zu seinem eigenen Uruguay-Bild einen gehörigen Teil beiträgt.

    Wir haben das Glück, uns nicht anstrengen zu müssen, immer wieder die überwiegend positiven Seiten Uruguays zu sehen, ganz unabhängig davon, dass wir natürlich von unserem Immobilien-Geschäft leben – und, das ist richtig, wohl nicht so schlecht. Aber sollen wir uns darum entschuldigen? Wir arbeiten schließlich dafür und gehören zu der offenbar aussterbenden Spezies derer, für die das Wort „verdienen“ kein Unwort ist, oder für etwas schrecklich Anrüchiges steht. „Verdienen“ hat etwas mit „Dienst“ zu tun. Unsere Kunden wissen, dass wir unseren Verdienst nicht einfach „kassieren“, wie der Verfasser schreibt, sondern dass wir ihn uns erarbeiten, wir sind ihnen dankbar, dass sie uns ihr Vertrauen schenken und freuen uns, wenn wir einen kleinen Anteil daran haben, dass sie sich in Uruguay gut einleben und wohlfühlen.

    4. Besonders erstaunt sind wir immer wieder über „Schwarzseher“ und „Miesmacher“, die gerade erst hier angekommen sind, im Internet aber schon nach wenigen Monaten als Uruguay-Spezialisten auftreten. Als wir 2006 endgültig hierher kamen, taten wir das nach mehreren Aufenthalten im Land und nach vierjähriger Südamerika-Erfahrung. Wir wussten, worauf wir uns einließen und kannten die südamerikanische Mentalität bereits recht gut. Wir haben daher gar nicht erst angefangen, alles und jeden an unseren Deutschland-Erfahrungen zu messen. Ich frage mich oft, was die Leute, von denen man immer und immer wieder negatives zu Land und Leuten hört und liest, wohl zu dem Uruguay gesagt hätten, welches wir zur Zeit der Krise 2002 kennen lernten.

    Die letzten 8 Jahre haben das Land in mancherlei Hinsicht ziemlich verändert, und zwar – da beißt die Maus keinen Faden ab – überwiegend zum Positiven. Uruguay ging es 2002 wirklich dreckig – und trotzdem haben wir uns damals in das Land und vor allem auch seine von manchen Einwanderern so oft geschmähten Einwohner verliebt. Das ist bis heute so geblieben. Wir haben eben unsere eigenen Erfahrungen gemacht.

    Fast alles läuft langsamer und manches nach deutschen Maßstäben ungenau oder gar mangelhaft, es gibt, wie überall auf der Welt, Betrüger, es gibt Halsabschneider, es gibt viel Unverständliches, im wahrsten Sinne des Wortes natürlich vor allem dann, wenn man die Sprache nicht beherrscht, aber es gibt auch sehr, sehr viel Positives – die vor allem in den letzten fünf Jahren stetig wachsende Zahl der in Uruguay lebenden Ausländer spricht für sich.

    Uns ist dieses Land meist sehr freundlich begegnet und wir hatten persönlich noch nicht ein einziges Mal den Eindruck, betrogen zu werden oder auch nur mehr zu bezahlen als ein Einheimischer. Vielleicht war das nur Glück und vielleicht war das im Einzelfall auch einmal blauäugig, vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wir nicht von vornherein davon ausgehen, schlechte Erfahrungen machen zu müssen und eventuell auch damit, dass wir manches „unrund“ laufende nicht sofort als schlechte Erfahrung nehmen und schon gar nicht gleich verallgemeinern.

    Wir haben in unserer bisherigen Uruguay-Zeit an drei wirklich extrem unterschiedlichen Orten gelebt, u. a. auch im „unbekannten“ Uruguay, im sog. „Interior“, dem dünn besiedelten Inland, das mit der Küste etwa soviel zu tun hat, wie ein sizilianisches Dorf mit einer mitteleuropäischen Großstadt, wir haben vier Autos gekauft und drei wieder verkauft und haben, nicht zuletzt aufgrund unserer gewerblichen Tätigkeit, reichlich Behörden kennen gelernt.

    Bei alldem haben wir kein einziges Mal auch nur ansatzweise schlechte Erfahrungen gemacht – jedenfalls keine, an denen Uruguayos beteiligt waren. Wir waren uns darüber im Klaren, dass Autos in Uruguay alles andere als billig sind und wir wussten vorher, dass wir vor allem bei privat annoncierten Gebrauchtfahrzeugen auf das hier allgegenwärtige „impecable“ (tadellos, einwandfrei) und die diez puntos (10 Punkte sind in Uruguay das Maß aller Dinge) in den Beschreibungen nicht allzu viel geben dürfen, wir waren vorbereitet auf die – zugegeben – manchmal extrem langsam mahlenden Mühlen der uruguayischen Behörden und haben auf unsere eigene Residencia (Daueraufenthaltsgenehmigung) länger gewartet, als irgendeiner unserer Kunden – aber als „schlechte Erfahrung“ haben wir auch das nicht empfunden. Bei all diesen Dingen sind wir zumeist überaus freundlich und zuvorkommend behandelt worden – das z. B. ist eine gute Erfahrung!

    5. Jeder weiß: ganz egal, was jemand verkaufen möchte, zunächst einmal verkauft er immer auch sich selbst. Zu diesem „Selbst“ gehören natürlich auch die eigenen Sichtweisen. Auch der Verfasser des zitierten Textes versucht verschiedene Dienstleistungen und Waren in Uruguay zu verkaufen und wirbt auf seiner Webseite dafür. Wir wissen, dass er in Uruguay bislang nicht die besten Erfahrungen gemacht hat und dass er folglich ohne Frage auch nichts anderes tut, als sein real empfundenes Uruguay-Bild zu vermitteln. Kann ich daher nun hingehen und ihm unterstellen, er täte dies nur, um den Anschein zu erwecken, besonders offen und ehrlich zu sein und auf diese Weise mehr Kunden zu gewinnen? Sicher nicht! Genauso wenig jedoch sollte er umgekehrt unterstellen, dass andere ein positives Bild vom Land nur „vorgaukeln“, um mehr „kassieren“ zu können. Jeder auf seine Art, aber bitte ehrlich und immer in dem Bewusstsein, dass die eigenen Erfahrungen, Sicht- und Darstellungsweisen höchstens im Ausnahmefall einen Anspruch auf Objektivität haben können.

    6. Aus dem zitierten Text ist eine Sache herauszulesen, die in der Tat oft der ausschlaggebende Grund für die manchmal extrem unfreundliche Atmosphäre einiger Einwanderer untereinander ist. Es gibt immer mehr Leute, die mit sehr bescheidenen finanziellen Möglichkeiten nach Uruguay kommen und glauben, ihre Einkünfte nebenbei mal eben mit dem Verkauf oder der Vermittlung von Immobilien aufbessern zu können unter dem Motto: Das kann doch jeder!

    Definitiv nicht jeder bringt jedoch erstens eine entsprechende Ausbildung und die jahrelange berufliche Erfahrung mit nach Uruguay und nicht jeder kann zweitens die mittelhohe fünfstellige Dollar-Summe aufbringen, die man benötigt, um eine Inmobiliaria in Uruguay betreiben zu dürfen. Ansonsten – auch malen kann jeder – was dabei herauskommt, ist eine andere Frage. Der Unterschied besteht darin, dass im letzten Fall höchstens das ästhetische Empfinden anderer strapaziert wird, im Falle des „Mal-eben-Immobilien-verkaufens“ jedoch unter Umständen ganz schnell das Portemonnaie anderer – und zwar erheblich!

    Abschließend möchte ich sagen, dass dies nicht zwingend der unwiderruflich letzte Artikel in unserem Blog bleiben muss, dass ich mich aber bis auf weiteres ausschließlich um unser Geschäft kümmern werde und wir in diesem Rahmen unsere Erfahrungen selbstverständlich auch weiterhin gerne an unsere Kunden weitergeben, durch Informationen und Tipps und die, wie wir glauben und zum Glück immer wieder auch bestätigt bekommen, hilfreichen Kontakte und Empfehlungen.

    Unsere Immobilien-Webseite www.van-bevern.com hat hinsichtlich ihrer Gestaltung und partiell sogar ihrer Inhalte inzwischen mindestens drei Nachahmer in Uruguay gefunden, teilweise wäre „schamlose Kopie“ wohl der passendere Begriff – wir sehen dies als zusätzlichen Ansporn und als eine überaus positive Erfahrung, denn es zeigt uns ein weiteres Mal, dass wir offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.

    Michael van Bevern

    Erstellt von Michael van Bevern, 12:38 Uhr

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10 Kommentare

WP_Cloudy
  • miriam schrieb:

    ich möchte dir trotzdem für deine blogeinträge danken!

  • Fatma de Silva schrieb:

    Lieber Michael,
    das hast du wirklich sehr, sehr treffend und auch schoen beschrieben.
    Danke
    Fatma

  • Hans schrieb:

    Ich finde es sehr schade, dass hier nicht mehr passiert. Hat immer viel Spaß gemacht, hier mitzulesen.

    Wirklich schade …

  • Michael van Bevern schrieb:

    Hallo Hans,

    danke für die lobenden Worte! Wie ich in dem Artikel schon schrieb: es muss ja nicht für immer sein!

    Im Augenblick sind es in erster Linie nicht einmal die erwähnten Gründe, die mich davon abhalten hier weiterzumachen, sondern es ist einfach die fehlende Zeit. Die letzten Monate waren zu unserer Freude wirklich ausgesprochen arbeitsreich, ich komme z. Zt. nicht einmal mehr dazu, mal wieder einen Newsletter zu schreiben. Neben unserer eigentlichen Arbeit sind wir im Augenblick mit der Realisierung eines mehrsprachigen Internetauftritts beschäftigt, der hoffentlich planmäßig ab Dezember online ist. Danach werde ich evtl. hin und wieder auch mal wieder an unserem Blog arbeiten.

    Mit herzliche Frühlingsgrüßen vom Río de la Plata

    Michael van Bevern

  • Andreas schrieb:

    Ein wirklich spannender Artikel – nicht nur für angehende Uruguay-Auswanderer.
    Grüße, Andreas

  • Irene schrieb:

    Schade… Ich bin zwar erst heute auf diesen Blog gestoßen, konnte aber wirklich Freude am Lesen finden. Tolle Beiträge, die Lust auf mehr machen. Ich war selbst schon mal für einen Tag in Uruguay und hatte eine wirklich schöne Zeit. Trotzdem vielen Dank für all die tollen Berichte und dir alles Gute.

  • Sabine Wesseln schrieb:

    liebe familie van bevern!
    mir hat ihr letzter eintrag gut gefallen – es spiegelt genau meine meinung wieder! wir waren vor ca. 1 jahr einmal kurz in kontakt, als ich anfing mich über uruguay zu informieren. ebenso interessant fand ich panama – wo ich nun auch 2mal war – aber – ich werde mich auf keinen fall entscheiden bevor ich nicht auch uruguay gesehen habe. ich habe die letzte zeit so viel gutes gehört und – wenn ich glück habe – ist ein pferde-projekt in uruguay in planung wobei ich vielleicht behilflich sein kann. also, habe ich wieder angefangen ihre seite zu studieren und ein grundstück „sticht“ mir ins auge – ich hoffe sehr, bald sie und uruguay endlich persönlich kennen zu lernen. und – sollten sie doch mal zeit haben, schreiben sie weiter! egal was manche leute „rumpieksen“ – es gibt sicher viele wie mich die die unterschiedlichen ansichten sehr interessieren – wie sie schon sagen – jeder zeit das land aus seinen eigenen augen! einen ganz lieben gruss aus andalusien, ihre sabine wesseln

  • Michael van Bevern schrieb:

    Liebe Frau Wesseln,

    danke für die Blumen – die Sache mit dem Namen habe ich dann mal geändert ;-). Auch wir würden uns über ein hoffentlich baldiges persönliches Kennenlernen freuen.

    Übrigens: Nach einem Jahr Pause werde ich die Arbeit an dem Blog nun wieder aufnehmen. Ein neuer Artikel zum Thema Sicherheit bzw. Kriminalität in Uruguay ist gerade in Arbeit und wird wohl spätestens morgen online sein.

    Mit den herzlichsten Grüßen vom Río de la Plata nach Andalusien

    Michael van Bevern

  • Anni schrieb:

    Ich kann ihre Beweggründe nachvollziehen, auch wenn ich es sehr schade finde. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und vielleicht liest man sich ja später doch noch einmal wieder? Bis dahin – wie gesagt – nur die besten Wünsche!

  • fauna schrieb:

    Vielen Dank fuer diesen Artikel ! Erinnert mich alles irgendwie an Spanien und seine deutschen Einwanderer ;)
    Wir leben jetzt seit ueber 13 Jahren in Spanien und haben schon viel – seitens spanischer Buerokratie, deren Huerden, etc. – und Neu-Einwanderern mitbekommen. Mir scheint da buerokratisch fuer Einwanderer kein grosser Unterschied zwischen Spanien und Uruguay auf den ersten Blick zu sein. Und die Mentalitaet scheint auch aehnlich. Vorteil fuer Uruguay sehe ich darin, dass es nicht zur EU gehoert; deshalb suche ich zur Zeit nach sachlichen Infos ueber Uruguay, da wir ueberlegen, ggf. Europa den Ruecken zu kehren. Vorteil fuer uns ist auf jeden Fall die uns gut bekannte Buerokratie und Sprache. Ich werde mir Ihren Blog und Ihre Webseite komplett durchlesen. ¡ Muchas gracias ! Con saludos desde el unico desierto de Europa

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