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  • 03Jun
    Vorab: Dieser Artikel wird der vorerst letzte in diesem Blog sein. Einige Besucher werden längst festgestellt haben, dass es in letzter Zeit immer seltener neue Artikel gab. Das hat verschiedene Gründe.
    Auf den ersten habe ich bereits mehrfach hingewiesen: Mir fehlt zunehmend die Zeit, eine Tatsache, über die ich mich keinesfalls beklagen möchte, denn unser Immobiliengeschäft nimmt uns sehr in Anspruch – gut so!
    Aber es gibt auch andere Gründe. Es hängt mir ehrlich gesagt einfach zum Hals raus, für meine Meinung und meine Darstellung des Landes immer wieder angegriffen zu werden. Warum soll ich mir das weiter antun? “Schwachsinn”, “Klappe halten”, “keine Ahnung”, “ihr wollt doch nur eure überteuerten Immobilien verkaufen”, “oberflächlicher, angesapperter Oberabzocker” – alles Beschimpfungen, die ich mir wegen meiner und unserer Darstellung und Sichtweise des Landes schon eingehandelt habe – das Meiste davon in anonymer Form. Wir haben uns noch nie an irgendwelchen Schlammschlachten beteiligt und uns aus allen Uruguay-Foren heraus gehalten. Wenn ich alle Kommentare zu meinen Artikeln in diesem Blog veröffentlicht hätte, wäre auch das eine Schlammschlacht geworden – nein, das ist nicht unser Stil und es macht uns auch keinen Spaß!
    Es gibt im Internet inzwischen genügend Informationen über Uruguay, sehr viel Positives, aber auch Negatives, sehr viel Sachliches, aber auch Unsachliches – wer sich einen Eindruck von Land und Leuten verschaffen möchte, der wird zwangsläufig bald feststellen, dass es DAS einzig wahre objektive Uruguay-Bild einfach nicht gibt und auch wohl nicht geben kann.
    Es ist so eine Sache mit der Objektivität. Muss nicht jeder Bericht und jeder Foren- oder Blog-Kommentar zwangsläufig subjektiv sein? Ich wundere mich immer über diejenigen, die ihre eigene Meinung in den Status der Objektivität erheben. Es wird, genau wie zu so vielen anderen Themen, auch über Uruguay und die Uruguayer immer die verschiedensten Meinungen und Einstellungen geben und ich meine, das ist gut so. Jeder gewinnt naturbedingt seine eigenen Einsichten, keiner kann erwarten, die gleichen Erfahrungen wie irgendjemand anderes zu machen. Aus dieser Binsenweisheit jedoch gleich zu schließen, dass der Andere die Unwahrheit sagt, oder gar “Schwachsinn” oder “Lügenmärchen” verbreitet, ist entweder anmaßend oder einfach nur boshaft.
    Einer unserer Kunden machte mich jüngst auf folgenden Artikel eines anderen Uruguay-Blogs aufmerksam, in dem der Verfasser unterstellt, dass positive Berichte über Uruguay lediglich die Taschen derjenigen füllen sollen, die, in welcher Weise auch immer, an einer positiven Darstellung des Landes verdienen.
    Hier der Text:
    “‘……….viele verstehen das nicht und nehmen diese heile vorgegaukelte Welt als bare Münze. Ich habe nichts dagegen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Daher tut man alles, damit die Einwanderer, die nach Paraguay (bzw. Uruguay – Anm. des Verf.) wollen, nur die Sonnenseiten zu Gesicht bekommen. Den Leuten wird was vorgespielt indem man ihnen vermitteln will, dass man hier 365 Tage im Jahr Urlaub feiert. Man verdient ja mit ihnen und nicht schlecht: es werden Papiere gemacht, Häuser gebaut, Zimmer vermietet, Immobilien und Autos verkauft etc.. Man vermittelt Kontakte, kassiert Provisionen und der Neuankömmling bedankt sich noch artig dafür…………! ‘Speziell die letzten beiden Sätze passen auch zu Uruguay … – aber das wird wohl in vielen Ländern so sein…….”
    Dazu ein paar Anmerkungen:
    1. Ich würde gern einmal die Uruguay-Seite kennen lernen, auf der an einer Einwanderung nach Uruguay Interessierten etwas von 365 Tagen Urlaub erzählt wird!
    2. Wir kennen tatsächlich eine Menge Einwanderer in Uruguay, die genau das tun. Sie machen 365 Tage Urlaub in ihrer neuen Heimat – und warum auch nicht?
    3. Jedes Land hat seine Sonnen- und Schattenseiten, das ist ganz klar. Ebenso klar scheint es mir, dass jeder mit seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung zu seinem persönlichen Uruguay-Bild selbst einen gehörigen Teil beiträgt.
    Wir haben das Glück, uns nicht anstrengen zu müssen, um immer wieder die überwiegend positiven Seiten Uruguays zu sehen, ganz unabhängig davon, dass wir natürlich von unserem Immobilien-Geschäft leben – und, das ist richtig, wohl nicht so schlecht. Aber sollen wir uns dafür entschuldigen? Wir arbeiten schließlich sehr viel dafür und wir gehören zu der offenbar aussterbenden Spezies derer, für die das Wort “verdienen” kein Unwort ist, oder für etwas schrecklich Anrüchiges steht. “Verdienen” hat etwas mit “Dienst” zu tun. Unsere Kunden wissen, dass wir unseren Verdienst nicht einfach “kassieren”, wie der Verfasser schreibt, sondern dass wir ihn uns erarbeiten. Wir danken unseren Kunden, dass sie uns ihr Vertrauen schenken und freuen uns, wenn wir einen kleinen Anteil daran haben, dass sie sich hier in Uruguay wohlfühlen.
    4. Besonders erstaunt sind wir immer wieder über “Schwarzseher” und “Miesmacher”, die gerade erst hier angekommen sind, aber im Internet schon nach wenigen Monaten als Uruguay-Spezialisten auftreten. Als wir 2006 endgültig hierher kamen, taten wir das nach mehreren Aufenthalten im Land und nach vierjähriger Südamerika-Erfahrung. Wir wussten, worauf wir uns einließen und kannten die südamerikanische Mentalität bereits recht gut. Wir haben daher gar nicht erst angefangen, alles und jeden an unseren Deutschland-Erfahrungen zu messen. Ich frage mich oft, was die Leute, von denen man immer und immer wieder negatives zu Land und Leuten hört und liest, wohl zu dem Uruguay gesagt hätten, welches wir zur Zeit der Krise 2002 kennen lernten. Die letzten 8 Jahre haben das Land in mancherlei Hinsicht vollständig verändert, und – da beißt die Maus keinen Faden ab – überwiegend zum Positiven. Uruguay ging es 2002 wirklich sehr dreckig – wir haben uns damals trotzdem in das Land und vor allem auch seine von manchen Einwanderern so oft geschmähten Einwohner verliebt. Das ist bis heute so geblieben. Wir haben eben unsere eigenen Erfahrungen gemacht.
    Fast alles läuft langsamer und manches nach deutschen Maßstäben ungenau oder gar mangelhaft, es gibt Betrüger, es gibt Halsabschneider (wo gäbe es die nicht?), es gibt viel Unverständliches, im wahrsten Sinne des Wortes natürlich vor allem dann, wenn man die Sprache nicht beherrscht, aber es gibt auch sehr viel Positives.
    Uns ist dieses Land meist sehr freundlich begegnet und wir hatten persönlich noch nicht ein einziges Mal den Eindruck, betrogen zu werden oder auch nur mehr zu bezahlen, als ein Einheimischer. Vielleicht war das nur Glück und vielleicht war das im Einzelfall auch einmal blauäugig, vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wir nicht von vornherein davon ausgehen, schlechte Erfahrungen machen zu müssen und eventuell auch damit, dass wir manches “unrund” laufende nicht sofort als schlechte Erfahrung nehmen und schon gar nicht gleich verallgemeinern.
    Wir haben in unserer bisherigen Uruguay-Zeit an drei wirklich extrem unterschiedlichen Orten gelebt, u. a. auch im “unbekannten” Uruguay, im sog. “Interior”, dem dünn besiedelten Inland, wir haben vier Autos gekauft und drei wieder verkauft und haben, nicht zuletzt aufgrund unserer gewerblichen Tätigkeit, reichlich Behörden kennen gelernt. Bei alldem haben wir kein einziges Mal auch nur ansatzweise schlechte Erfahrungen gemacht – jedenfalls keine, an denen Uruguayos beteiligt waren. Wir waren uns darüber im Klaren, dass Autos in Uruguay alles andere als billig sind und wir wussten vorher, dass wir vor allem bei privat annoncierten Gebrauchtfahrzeugen auf das hier allgegenwärtige “impecable” (tadellos, einwandfrei) und die diez puntos (10 Punkte sind in Uruguay das Maß aller Dinge) in den Beschreibungen nicht allzu viel geben dürfen, wir waren vorbereitet auf die – zugegeben – manchmal extrem langsam mahlenden Mühlen der uruguayischen Behörden und haben auf unsere eigene Residencia (Daueraufenthaltsgenehmigung) länger gewartet, als irgendeiner unserer Kunden – aber als “schlechte Erfahrung” haben wir auch das nicht empfunden. Bei all diesen Dingen sind wir stets freundlich und zuvorkommend behandelt worden – das z. B. ist eine gute Erfahrung! Natürlich, die macht sicher nicht jeder, aber ich frage mich und den Verfasser obigen Artikels: Wozu sonst, wenn nicht zu eben diesen unseren Erfahrungen sollten wir wohl stehen?
    5. Jeder weiß: ganz egal, was jemand verkaufen möchte, zunächst einmal verkauft er immer auch sich selbst. Zu diesem “Selbst” gehören auch die eigenen Sichtweisen. Auch der Verfasser des zitierten Textes versucht verschiedene Dienstleistungen und Waren in Uruguay zu verkaufen und wirbt auf seiner Webseite dafür. Wir wissen, dass er in Uruguay bislang nicht die besten Erfahrungen gemacht hat und dass er daher sicher auch nichts anderes tut, als sein real empfundenes Uruguay-Bild zu vermitteln. Ich kann mich also nicht hinstellen und ihm unterstellen, er täte dies nur, um den Anschein zu erwecken, besonders offen und ehrlich zu sein, um auf diese Weise mehr Kunden zu gewinnen. Genauso wenig sollte er umgekehrt jedoch unterstellen, dass Andere ein positives Bild vom Land nur “vorgaukeln”, um mehr “kassieren” zu können. Jeder auf seine Art, aber bitte ehrlich und immer in dem Bewusstsein, dass die eigenen Erfahrungen, Sicht- und Darstellungsweisen nur im Ausnahmefall einen Anspruch auf Objektivität haben können.
    Abschließend möchte ich sagen, dass dies nicht zwingend der unwiderruflich letzte Artikel in unserem Blog bleiben muss, dass ich mich aber vorläufig ausschließlich um unser Geschäft kümmern werde und wir in diesem Rahmen unsere Erfahrungen selbstverständlich auch weiterhin gerne an unsere Kunden weitergeben, durch Informationen und Tipps und die, wie wir glauben und immer wieder auch bestätigt bekommen, hilfreichen Kontakte und Empfehlungen.
    Unsere Immobilien-Webseite www.van-bevern.com hat hinsichtlich ihrer Gestaltung und manchmal sogar ihrer Inhalte inzwischen mindestens drei Nachahmer in Uruguay gefunden, teilweise wäre “schamlose Kopie” wohl der passendere Begriff – wir sehen dies als weiteren Ansporn und überaus positive Erfahrung, denn es bestätigt uns, dass wir nicht auf einem völlig falschen Weg sind.
    In diesem Sinne
    Hasta luego y una proxima vez!
    Michael van Bevern

    Vorab: Dieser Artikel wird der vorerst letzte in diesem Blog sein. Einige Besucher werden längst festgestellt haben, dass es in letzter Zeit immer seltener neue Artikel gab. Das hat verschiedene Gründe.

    Auf den ersten habe ich bereits mehrfach hingewiesen: Mir fehlt zunehmend die Zeit, eine Tatsache, über die ich mich keinesfalls beklagen möchte, denn unser Immobiliengeschäft nimmt uns sehr in Anspruch – das freut uns!

    Aber es gibt auch andere Gründe.

    Ich habe z. B. einfach die Nase voll, für meine Meinung und meine Darstellung des Landes von bestimmten Personen immer wieder angegriffen zu werden. Warum soll ich mir das weiter antun?

    Schlammschlachten sind mir zuwider, deshalb haben wir uns nie an ihnen beteiligt und uns u. a. aus allen Uruguay-Foren herausgehalten, womit ich keinesfalls sagen möchte, dass Schlammschlachten kennzeichnend seien für diese Foren. Im Gegenteil, es gibt sehr wohl auch ausgesprochen informative und behutsam und sachlich administrierte Foren. Trotzdem sind einige von ihnen manchmal Keimzellen ziemlich würdelosen Gezänks und daher werden wir uns auch in Zukunft fernhalten. Wenn ich sämtliche Kommentare zu meinen Artikeln in diesem Blog tatsächlich veröffentlicht hätte, wäre auch das eine Schlammschlacht geworden – nein, das ist nicht unser Stil und es macht uns auch keinen Spaß!

    Ein weiterer Grund ist, dass es im Internet inzwischen genügend Informationen über Uruguay gibt, sehr viel Positives, aber auch Negatives, sehr viel Sachliches, aber auch Unsachliches – wer sich einen Eindruck von Land und Leuten verschaffen möchte, der wird zwangsläufig bald feststellen, dass es DAS einzig wahre objektive Uruguay-Bild einfach nicht gibt und auch wohl nicht geben kann.

    Es ist so eine Sache mit der Objektivität. Muss nicht jeder Bericht und jeder Foren- oder Blog-Kommentar zwangsläufig subjektiv sein? Ich wundere mich immer über diejenigen, die glauben, ihre eigene Meinung in den Rang einer Objektivität erheben zu können. Es wird, genau wie zu so vielen anderen Themen, auch über Uruguay und die Uruguayer immer die verschiedensten Meinungen und Einstellungen geben und ich meine, das ist gut so. Jeder gewinnt naturbedingt seine eigenen Einsichten, keiner kann erwarten, die gleichen Erfahrungen wie irgendjemand anderes zu machen. Aus dieser Binsenweisheit jedoch gleich zu schließen, dass der andere die Unwahrheit sagt, oder gar “Schwachsinn” oder “Lügenmärchen” verbreitet, ist entweder anmaßend oder einfach nur boshaft.

    Einer unserer Kunden machte mich jüngst auf folgenden Artikel eines anderen Uruguay-Blogs aufmerksam, in dem der Verfasser unterstellt, dass positive Berichte über Uruguay lediglich die Taschen derjenigen füllen sollen, die, in welcher Weise auch immer, an einer vorteilhaften Darstellung des Landes verdienen.

    Hier der Text:

    “‘……….viele verstehen das nicht und nehmen diese heile vorgegaukelte Welt als bare Münze. Ich habe nichts dagegen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Daher tut man alles, damit die Einwanderer, die nach Paraguay (bzw. Uruguay – Anm. des Verf.) wollen, nur die Sonnenseiten zu Gesicht bekommen. Den Leuten wird was vorgespielt indem man ihnen vermitteln will, dass man hier 365 Tage im Jahr Urlaub feiert. Man verdient ja mit ihnen und nicht schlecht: es werden Papiere gemacht, Häuser gebaut, Zimmer vermietet, Immobilien und Autos verkauft etc.. Man vermittelt Kontakte, kassiert Provisionen und der Neuankömmling bedankt sich noch artig dafür…………! ‘Speziell die letzten beiden Sätze passen auch zu Uruguay … – aber das wird wohl in vielen Ländern so sein…….”

    Dazu ein paar Anmerkungen:

    1. Ich würde gern einmal die Webseite kennen lernen, auf der an einer Einwanderung nach Uruguay Interessierten etwas von 365 Tagen Urlaub erzählt wird!

    2. Wir kennen tatsächlich eine Menge Einwanderer in Uruguay, die genau das tun. Sie machen 365 Tage Urlaub in ihrer neuen Heimat – und warum auch nicht?

    3. Jedes Land hat seine Sonnen- und Schattenseiten, das ist ganz klar. Ebenso klar scheint es mir, dass jeder selbst mit seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung zu seinem eigenen Uruguay-Bild einen gehörigen Teil beiträgt.

    Wir haben das Glück, uns nicht anstrengen zu müssen, immer wieder die überwiegend positiven Seiten Uruguays zu sehen, ganz unabhängig davon, dass wir natürlich von unserem Immobilien-Geschäft leben – und, das ist richtig, wohl nicht so schlecht. Aber sollen wir uns darum entschuldigen? Wir arbeiten schließlich dafür und gehören zu der offenbar aussterbenden Spezies derer, für die das Wort “verdienen” kein Unwort ist, oder für etwas schrecklich Anrüchiges steht. “Verdienen” hat etwas mit “Dienst” zu tun. Unsere Kunden wissen, dass wir unseren Verdienst nicht einfach “kassieren”, wie der Verfasser schreibt, sondern dass wir ihn uns erarbeiten, wir sind ihnen dankbar, dass sie uns ihr Vertrauen schenken und freuen uns, wenn wir einen kleinen Anteil daran haben, dass sie sich in Uruguay gut einleben und wohlfühlen.

    4. Besonders erstaunt sind wir immer wieder über “Schwarzseher” und “Miesmacher”, die gerade erst hier angekommen sind, im Internet aber schon nach wenigen Monaten als Uruguay-Spezialisten auftreten. Als wir 2006 endgültig hierher kamen, taten wir das nach mehreren Aufenthalten im Land und nach vierjähriger Südamerika-Erfahrung. Wir wussten, worauf wir uns einließen und kannten die südamerikanische Mentalität bereits recht gut. Wir haben daher gar nicht erst angefangen, alles und jeden an unseren Deutschland-Erfahrungen zu messen. Ich frage mich oft, was die Leute, von denen man immer und immer wieder negatives zu Land und Leuten hört und liest, wohl zu dem Uruguay gesagt hätten, welches wir zur Zeit der Krise 2002 kennen lernten.

    Die letzten 8 Jahre haben das Land in mancherlei Hinsicht ziemlich verändert, und zwar – da beißt die Maus keinen Faden ab – überwiegend zum Positiven. Uruguay ging es 2002 wirklich dreckig – und trotzdem haben wir uns damals in das Land und vor allem auch seine von manchen Einwanderern so oft geschmähten Einwohner verliebt. Das ist bis heute so geblieben. Wir haben eben unsere eigenen Erfahrungen gemacht.

    Fast alles läuft langsamer und manches nach deutschen Maßstäben ungenau oder gar mangelhaft, es gibt, wie überall auf der Welt, Betrüger, es gibt Halsabschneider, es gibt viel Unverständliches, im wahrsten Sinne des Wortes natürlich vor allem dann, wenn man die Sprache nicht beherrscht, aber es gibt auch sehr, sehr viel Positives – die vor allem in den letzten fünf Jahren stetig wachsende Zahl der in Uruguay lebenden Ausländer spricht für sich.

    Uns ist dieses Land meist sehr freundlich begegnet und wir hatten persönlich noch nicht ein einziges Mal den Eindruck, betrogen zu werden oder auch nur mehr zu bezahlen als ein Einheimischer. Vielleicht war das nur Glück und vielleicht war das im Einzelfall auch einmal blauäugig, vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wir nicht von vornherein davon ausgehen, schlechte Erfahrungen machen zu müssen und eventuell auch damit, dass wir manches “unrund” laufende nicht sofort als schlechte Erfahrung nehmen und schon gar nicht gleich verallgemeinern.

    Wir haben in unserer bisherigen Uruguay-Zeit an drei wirklich extrem unterschiedlichen Orten gelebt, u. a. auch im “unbekannten” Uruguay, im sog. “Interior”, dem dünn besiedelten Inland, das mit der Küste etwa soviel zu tun hat, wie ein sizilianisches Dorf mit einer mitteleuropäischen Großstadt, wir haben vier Autos gekauft und drei wieder verkauft und haben, nicht zuletzt aufgrund unserer gewerblichen Tätigkeit, reichlich Behörden kennen gelernt.

    Bei alldem haben wir kein einziges Mal auch nur ansatzweise schlechte Erfahrungen gemacht – jedenfalls keine, an denen Uruguayos beteiligt waren. Wir waren uns darüber im Klaren, dass Autos in Uruguay alles andere als billig sind und wir wussten vorher, dass wir vor allem bei privat annoncierten Gebrauchtfahrzeugen auf das hier allgegenwärtige “impecable” (tadellos, einwandfrei) und die diez puntos (10 Punkte sind in Uruguay das Maß aller Dinge) in den Beschreibungen nicht allzu viel geben dürfen, wir waren vorbereitet auf die – zugegeben – manchmal extrem langsam mahlenden Mühlen der uruguayischen Behörden und haben auf unsere eigene Residencia (Daueraufenthaltsgenehmigung) länger gewartet, als irgendeiner unserer Kunden – aber als “schlechte Erfahrung” haben wir auch das nicht empfunden. Bei all diesen Dingen sind wir zumeist überaus freundlich und zuvorkommend behandelt worden – das z. B. ist eine gute Erfahrung!

    5. Jeder weiß: ganz egal, was jemand verkaufen möchte, zunächst einmal verkauft er immer auch sich selbst. Zu diesem “Selbst” gehören natürlich auch die eigenen Sichtweisen. Auch der Verfasser des zitierten Textes versucht verschiedene Dienstleistungen und Waren in Uruguay zu verkaufen und wirbt auf seiner Webseite dafür. Wir wissen, dass er in Uruguay bislang nicht die besten Erfahrungen gemacht hat und dass er folglich ohne Frage auch nichts anderes tut, als sein real empfundenes Uruguay-Bild zu vermitteln. Kann ich daher nun hingehen und ihm unterstellen, er täte dies nur, um den Anschein zu erwecken, besonders offen und ehrlich zu sein und auf diese Weise mehr Kunden zu gewinnen? Sicher nicht! Genauso wenig jedoch sollte er umgekehrt unterstellen, dass andere ein positives Bild vom Land nur “vorgaukeln”, um mehr “kassieren” zu können. Jeder auf seine Art, aber bitte ehrlich und immer in dem Bewusstsein, dass die eigenen Erfahrungen, Sicht- und Darstellungsweisen höchstens im Ausnahmefall einen Anspruch auf Objektivität haben können.

    6. Aus dem zitierten Text ist eine Sache herauszulesen, die in der Tat oft der ausschlaggebende Grund für die manchmal extrem unfreundliche Atmosphäre einiger Einwanderer untereinander ist. Es gibt immer mehr Leute, die mit sehr bescheidenen finanziellen Möglichkeiten nach Uruguay kommen und glauben, ihre Einkünfte nebenbei mal eben mit dem Verkauf oder der Vermittlung von Immobilien aufbessern zu können unter dem Motto: Das kann doch jeder!

    Definitiv nicht jeder bringt jedoch erstens eine entsprechende Ausbildung und die jahrelange berufliche Erfahrung mit nach Uruguay und nicht jeder kann zweitens die mittelhohe fünfstellige Dollar-Summe aufbringen, die man benötigt, um eine Inmobiliaria in Uruguay betreiben zu dürfen. Ansonsten – auch malen kann jeder – was dabei herauskommt, ist eine andere Frage. Der Unterschied besteht darin, dass im letzten Fall höchstens das ästhetische Empfinden anderer strapaziert wird, im Falle des “Mal-eben-Immobilien-verkaufens” jedoch unter Umständen ganz schnell das Portemonnaie anderer – und zwar erheblich!

    Abschließend möchte ich sagen, dass dies nicht zwingend der unwiderruflich letzte Artikel in unserem Blog bleiben muss, dass ich mich aber bis auf weiteres ausschließlich um unser Geschäft kümmern werde und wir in diesem Rahmen unsere Erfahrungen selbstverständlich auch weiterhin gerne an unsere Kunden weitergeben, durch Informationen und Tipps und die, wie wir glauben und zum Glück immer wieder auch bestätigt bekommen, hilfreichen Kontakte und Empfehlungen.

    Unsere Immobilien-Webseite www.van-bevern.com hat hinsichtlich ihrer Gestaltung und partiell sogar ihrer Inhalte inzwischen mindestens drei Nachahmer in Uruguay gefunden, teilweise wäre “schamlose Kopie” wohl der passendere Begriff – wir sehen dies als zusätzlichen Ansporn und als eine überaus positive Erfahrung, denn es zeigt uns ein weiteres Mal, dass wir offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.

    Michael van Bevern

  • 03Dez

    Dass es in letzter Zeit wenig neue Artikel gab, liegt daran, dass für unser Immobiliengeschäft bereits die Hochsaison begonnen hat und wir zeitlich entsprechend eingespannt sind, was uns natürlich sehr freut. Also bitte haben Sie etwas Geduld. Sobald wir die Zeit finden, werden wir hier wieder berichten – unser Blog ist also nicht eingeschlafen, er ruht nur ein wenig.

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  • 30Nov

    Uruguays neuer Präsident ab dem 1. März 2010 heißt José Mujica, von der regierenden Linkskoalition Frente Amplio (Breite Front). Mujica konnte sich in der Stichwahl vom 29.11. mit 52,6 % gegenüber seinem Konkurrenten Luis Alberto Lacalle vom konservativen Partido Nacional durchsetzen, der 43,3 % erhielt. Weiter lesen »

  • 04Nov

    Nachdem wir nun schon fast zwei Wochen mit dem Umzug auf einen neuen und schnelleren Server und den dazu erforderlichen Vor- und Nacharbeiten beschäftigt sind, stehen unsere Seiten nun wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Zwischenzeitlich erfolgte Störungen und Ausfälle bitten wir zu entschuldigen.

    Während der Zeit des Umzugs war es uns nicht möglich, neue Artikel zu veröffentlichen. Da sich nun die Wellen langsam legen, hoffen wir, dazu bald wieder einmal die Zeit zu finden.

  • 04Aug

    Es gehört eigentlich nicht zum Thema dieses Blogs – oder vielleicht indirekt doch. Jemand will uns schaden und zwar auf ganz üble Art. Gestern Abend wurde unser Server in Deutschland massiv angegriffen. Dabei wurden sagenhafte 60 GB Traffic verursacht und der Server war über mehrere Stunden vollständig blockiert. In der Folge kam es heute zu einem Datenbank-Crash, den wir zum Glück wieder beheben konnten. Weiter lesen »

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