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	<title>Das Uruguay-Blog von Immobilien van Bevern &#187; Persönlichkeiten</title>
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	<description>Das Blog von www.van-bevern.com - Immobilien in Uruguay</description>
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		<title>Interview mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 15:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael van Bevern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzen & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse & Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[anläßlich seiner Stippvisite in Uruguay am 9. März gab Außenminister Westerwelle der Wochenzeitung Búsqueda das folgende Interview. Der Besuch Westerwelles war übrigens seit 20 Jahren der erste eines deutschen Außenministers in Uruguay.


Die wirtschaftliche Erholung Deutschlands hat sich  noch nicht konsolidiert und die Signale sind noch widersprüchlich.  Welches Panorama prognostiziert Ihre Regierung für den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>anläßlich seiner Stippvisite in Uruguay am 9. März gab Außenminister Westerwelle der Wochenzeitung Búsqueda das folgende Interview. Der Besuch Westerwelles war übrigens seit 20 Jahren der erste eines deutschen Außenministers in Uruguay.</p>
<div id="attachment_582" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-582" title="aussenminister-westerwelle-mit-praesident-mujica-bei-seinem-besuch-in-uruguay" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2010/03/aussenminister-westerwelle-mit-praesident-mujica-bei-seinem-besuch-in-uruguay-300x216.jpg" alt="Präsident José Mujica mit Guido Westerwelle" width="300" height="216" /><p class="wp-caption-text">Präsident José Mujica mit Guido Westerwelle</p></div>
<p><span id="more-581"></span></p>
<div>
<p><strong>Die wirtschaftliche Erholung Deutschlands hat sich  noch nicht konsolidiert und die Signale sind noch widersprüchlich.  Welches Panorama prognostiziert Ihre Regierung für den Rest des Jahres?</strong></p>
<p>Der  Export zieht wieder an, zudem zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt  weiter robust. Wir setzen darauf, dass sich die wirtschaftliche Erholung  in Deutschland fortsetzt. Dies versuchen wir national wie auf  europäischer Ebene zu unterstützen: National setzen wir Wachstumsimpulse  durch die Entlastung von Familien und mittelständischen Unternehmen.</p>
<p><strong>2010  beginnt die EU den Vertrag von Lissabon zu implementieren, der in den  Bereichen Sicherheit und Außenbeziehungen einen größeren  Souveränitätstransfer der MS an die Union bedeutet. Ist es möglich,  inmitten der Wirtschaftskrise, die einen großen Teil des Kontinents in  Mitleidenschaft zieht, mit diesem Prozess fortzufahren?</strong></p>
<p>Das  europäische Krisenmanagement im Bereich der Wirtschafts- und  Finanzpolitik hat nichts mit unseren Bemühungen zu tun, im Bereich der  Außen- und Sicherheitspolitik noch enger zusammen zu arbeiten. Es ist  richtig: Der Vertrag von Lissabon sieht grundlegende Änderungen in der  europäischen Außenpolitik vor, vor allem institutionell. Durch die  Bündelung von außenpolitischen Zuständigkeiten haben wir die Chance,  viel stärker als bisher als <span><span>ein</span></span> Akteur aufzutreten. Mit dem neuen Zuschnitt des Amtes der  EU-Außenbeauftragten, das Catherine Ashton vor drei Monaten übernommen  hat, gewinnt die EU an Handlungsfähigkeit und Sichtbarkeit.</p>
<p><strong>Vermindert  es nicht die Glaubwürdigkeit des europäischen Wirtschaftssystems, dass  verschiedene Länder die Maastricht-Kriterien über die Koordinierung der  makroökonomischen Politik nicht einhalten?</strong></p>
<p>Der Vertrag  von Lissabon macht den Euro-Mitgliedern sehr klare Vorgaben zu  Neuverschuldung und zum Schuldenstand. Die Kommission wacht darüber,  dass diese Vorgaben eingehalten werden. Sie verfügt auch über die  nötigen Sanktionsmöglichkeiten, um ein Mitglied wieder auf Kurs zu  bringen. Aus meiner Sicht hat sich das sehr bewährt und ist ein  wesentlicher Grund für die Glaubwürdigkeit des Finanzsystems im  Euro-Raum.</p>
<p><strong>Die Finanzkrise, die Ländern wie Griechenland  und Spanien zu schaffen macht, deren Zentralbanken wegen ihrer  Handhabung von Zahlen und Bilanzen bzgl. Haushaltsdefizit und Schulden  hinterfragt werden, hat die gemeinsame Währung, den Euro, zum ersten Mal  auf die Probe gestellt. Welche Maßnahmen gedenkt Ihr Land anzuregen,  wenn sich bestätigt, dass in diesen Fällen die Information manipuliert  wurde?</strong></p>
<p>Im Falle Griechenlands zeigt sich heute leider,  dass die Zahlen zu Haushalt und Schuldenstand über einen längeren  Zeitraum nicht korrekt gemeldet wurden. Hier müssen wir die richtigen  Lehren ziehen. Schon jetzt ist klar: Kommission, Euro-Mitglieder und das  europäische Statistik-Amt werden die nationalen Finanzdaten in Zukunft  sehr viel sorgfältiger zu prüfen haben. Und sie werden schon bei  kleinsten Anzeichen für mögliche Unregelmäßigkeiten entschiedener für  Klärung sorgen.</p>
<p><strong>In diesem Jahr übertrifft China  Deutschland zum ersten Mal als führende Exportnation der Welt. Wie wird  Ihr Land angesichts der Expansion Chinas und anderer Schwellenländer  reagieren?</strong></p>
<p>Deutschland bleibt eine starke Exportnation.  Da habe ich keine Zweifel. Ob wir nun weiter Exportweltmeister sind oder  nicht, ist sekundär. Sie dürfen die demographischen Fakten nicht aus  den Augen verlieren: China hat mehr als die 15fache Bevölkerung  Deutschlands. Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern und auf  technologischen Vorsprung setzen. Mit innovativen, hochqualitativen  Produkten und Techniken – etwa in den Bereichen Energie, Biotechnologie,  Telekommunikation – sichern wir unsere Exportstärke.</p>
<p><strong>Lange  Zeit haben Europa und die Vereinigten Staaten bzgl. des Defizites an  Demokratie und Freiheiten in China weg geschaut. Ist der Moment  gekommen, Peking diese Themen zu präsentieren?</strong></p>
<p>Deutschland  tritt weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ein. Deshalb  bringen wir die schwierige Lage von Bürgerrechtlern und Dissidenten in  China oder das Recht der Tibeter auf Entfaltung ihrer kulturellen  Identität offen zur Sprache. Das war beim meinem letzten Besuch in  Peking so, es wird auch künftig so sein.</p>
<p><strong>Deutschland ist  Teil der Verhandlungsgruppe, welche versucht, Iran dazu zu bewegen,  seinen Plan zu nuklearer Entwicklung, so wie er konzipiert ist,  aufzugeben. Ein kürzlicher Bericht der Vereinten Nationen belegt, daß  jener islamische Staat auf dem Weg ist, Massenvernichtungswaffen  herzustellen. Ist für Ihr Land der Moment gekommen, gegen das Regime in  Teheran strenge Sanktionen zu verhängen? Welche Arten von Sanktionen  regt Deutschland an?</strong></p>
<p>Iran hat das Recht, die Atomkraft  für zivile Zwecke zu nutzen. Iran darf sich aber nicht atomar bewaffnen.  Deshalb gilt der zweigleisige Ansatz der internationalen  Verhandlungsgruppe: Es gibt das Angebot weit reichender Kooperation im  Bereich Wirtschaft und Technologie, wenn Iran sich öffnet und die  Vorgaben der internationalen Gemeinschaft erfüllt. Tut er es nicht,  behalten wir uns weitere Maßnahmen vor. Deutschland ist auch bereit zu  einer Ausweitung der Sanktionen, wenn der Iran die ausgestreckte Hand  der Staatengemeinschaft weiter ausschlägt.</p>
<p><strong>Soeben ist in  Kuba im Gefängnis ein politischer Gefangener an einem Hungerstreik  gestorben. Glauben Sie, daß Europa seine Politik gegenüber Ländern  Lateinamerikas, die die Menschenrechte nicht vollständig achten, ändern  sollte?</strong></p>
<p>Der vermeidbare Tod von Orlando Zapata hat uns  tief betroffen gemacht. Die kubanische Regierung muss endlich alle  politischen Gefangenen freilassen und den internationalen humanitären  Organisationen Zugang zu den kubanischen Gefängnissen ermöglichen. Im  Übrigen gehört das Eintreten für Menschenrechte zum Kernbestand  deutscher und europäischer Außenpolitik – selbstverständlich auch  gegenüber den Ländern Lateinamerikas.</p>
<p><strong>Die EU und der  Mercosur sind an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, um auf dem Weg zur  Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens weiter voranzuschreiten. Ist  das Erreichen einer Vereinbarung vor dem Hintergrund der gegenwärtigen  wirtschaftlichen Unsicherheit überhaupt möglich? Und kann Europa seine  Agrarpolitik verändern, wie der Mercosur es fordert, um ein Abkommen zu  schließen?</strong></p>
<p>Wir wollen ein ambitioniertes und ausgewogenes  Freihandelsabkommen mit dem Mercosur. Gerade jetzt, wo es auf beiden  Seiten darum geht, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, hätte so ein  Abkommen einen großen Mehrwert. Was die europäische Agrarpolitik  betrifft: Es gibt eine wichtige Verbindung zwischen dem  Freihandelsabkommen und der Doha-Runde. Wir wollen einen Erfolg der  Doha-Runde. Deshalb ist die EU für einen Abschluss in Vorleistung  getreten und hat erhebliche Anstrengungen für einen verbesserten  Marktzugang landwirtschaftlicher Produkte unternommen. Fortschritte bei  Doha würden sicherlich auch die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen  zwischen EU und Mercosur voranbringen.</p>
<p><strong>Welche Erwartungen  hat die deutsche Regierung an die Regierung unter José Mujica?</strong></p>
<p>Präsident  Mujica hat ja deutlich gemacht, was im Mittelpunkt seiner Amtszeit  stehen soll: Die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Bekämpfung der Armut  und weitere Reformen im Bereich Bildung und Gesundheit. Deutschland will  seine bilateralen Beziehungen zu Uruguay weiter ausbauen. Und nach  meinem Gespräch mit Präsident Mujica weiß ich: Wir haben in ihm einen  offenen und engagierten Gesprächspartner.</p>
<p><strong>Beunruhigt es  Deutschland, daß die neue uruguayische Regierung Gesten der Annäherung  gegenüber Regimen wie dem von Hugo Chávez in Venezuela ankündigt?</strong></p>
<p>Jedes  Land hat das Recht, seine Beziehungen selbst zu gestalten. Mir  erscheint es durchaus normal, dass Uruguay und Venezuela als regionale  Partner in Kontakt stehen. Uruguay gehört zum Mercosur, Venezuela ist  auf dem Weg zur Mitgliedschaft.</p>
<p><strong>Das deutsche  Außenministerium wirkte auf seinen uruguayischen Counterpart dahingehend  ein, dass der von der Graf Spee, die weiterhin im Rio de la Plata auf  Grund liegt, geborgene Nazi-Adler nicht ausgestellt werden soll. Woher  rührt diese Haltung &#8211; während in Deutschland durchaus Nazisymbole als  Teil der Erinnerungskultur ausgestellt werden?</strong> <strong><span>Worum  haben Sie den neuen Außenminister in dieser Angelegenheit gebeten</span></strong><strong>?</strong></p>
<p>Wir  wollen verhindern, dass die Wrackteile des Schiffes, vor allem der mit  einem Hakenkreuz bewehrte Heckadler, in den Militaria-Handel gelangen.  Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Wrackteile nicht zur  Verherrlichung oder Verharmlosung von NS-Gedankengut missbraucht werden.  Uns ist durchaus daran gelegen, die Aufarbeitung der historischen  Ereignisse zu fördern. Deshalb schlagen wir vor, die Wrackteile unter  Verantwortung des uruguayischen Staates bei einer Ausstellung im  historischen Kontext zu präsentieren.</p></div>
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		<title>Die Präsidentschaftswahl rückt näher</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 13:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael van Bevern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ebenso wie in Deutschland ist auch in Uruguay Wahlkampf-Zeit. Während sich die Wähler in Deutschland jedoch mehr und mehr fragen, wo bei den sogenannten &#8220;großen Parteien&#8221; die gravierenden programmatischen Unterschiede zu finden sind, stehen hier in Uruguay zwei sehr konträre Alternativen zur Wahl.
Auf der einen Seite der aufgrund seiner Guerilla-Vergangenheit, seines Alters und vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ebenso wie in Deutschland ist auch in Uruguay Wahlkampf-Zeit. Während sich die Wähler in Deutschland jedoch mehr und mehr fragen, wo bei den sogenannten &#8220;großen Parteien&#8221; die gravierenden programmatischen Unterschiede zu finden sind, stehen hier in Uruguay zwei sehr konträre Alternativen zur Wahl.<span id="more-435"></span></p>
<p>Auf der einen Seite der aufgrund seiner Guerilla-Vergangenheit, seines Alters und vor allem seines saloppen Äußeren und seiner laxen Ausdrucksweise umstrittene Präsidentschaftskandidat der zur Zeit regierenden Linkskoalition &#8220;Frente Amplio&#8221; (breite Front) José Mujica, genannt Pepe, auf der anderen der ehemalige Präsident der Republik, Luis Alberto Lacalle, der Kandidat der National-Partei. Feuer und Wasser &#8211; so könnte man es wohl wirklich ausdrücken &#8211; Uruguay, so scheint mir, steht vor einer historisch bedeutsamen Wahl.</p>
<div id="attachment_436" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-436" style="border: 5px solid grey; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="lacalle_mujica_" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/09/lacalle_mujica_.jpg" alt="lacalle_mujica_" width="300" height="231" /><p class="wp-caption-text">José &quot;Pepe&quot; Mujica, Frente Amplio - Luis Alberto Lacalle, Partido Nacional</p></div>
<p style="text-align: left;">In unserem letzten <a href="http://www.van-bevern.com/news.html" target="_blank">Newsletter</a> direkt nach den Vorwahlen Ende Juni haben wir den ersten der beiden Präsidentschaftskandidaten etwas ausführlicher vorgestellt:</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p>Die lange vor der Wahl favorisierten Politiker, José Mujica für die regierende Linkkoalition Frente Amplio, Luis Alberto Lacalle für die Nationalpartei (Partido Nacional) und Pedro Bordaberry für den Partido Colorado sind als Präsidentschaftskandidaten gewählt worden, in dieser Hinsicht gab es also keine Überraschung. Anders jedoch sieht es bei der Stimmverteilung zwischen den Parteien selbst aus, die zwar keine direkte politische Auswirkung hat, aber doch als richtungsweisendes Signal für die Hauptwahlen im Oktober gesehen werden muss.</p>
<p>Man hatte seitens des Frente Amplio sicher nicht damit gerechnet, dass die Nationalpartei mit ihrem Kandidaten Luis Alberto Lacalle, der von 1990 bis 1995 bereits Präsident war, etwa 45 Prozent der Stimmen erhalten würde und damit ca. 5 % mehr, als die eigene Koalition. Alle Prognosen vor der Wahl gingen von genau umgekehrten Verhältnissen aus.</p>
<p>Das ist eine ziemlich schmerzende Ohrfeige für die Regierung und wird auch in den eigenen Reihen diejenigen bestärken, die den 74-jährigen ehemaligen Landwirtschaftsminister José Mujica für das Präsidentenamt ungeeignet halten, in erster Linie nicht einmal wegen seiner extrem linken politischen Ausrichtung, sondern aufgrund seiner oft ungepflegt wirkenden persönlichen Erscheinung und seines zuweilen mehr als hemdsärmeligen Auftretens in der Öffentlichkeit.</p>
<p>In Uruguay achtet man sehr darauf, wie sich das Land nach außen präsentiert, man legt Wert auf Traditionen und erwartet von den Vertretern des Landes ein entsprechend traditionelles Auftreten. Ein Präsident mit Dreitagebart, Sturmfrisur, schlabberigem Pullover und hängenden Hosen ist für die Mehrheit einfach undenkbar.</p>
<p>Der aktuelle Präsident, Tabaré Vázquez, der nach der uruguayischen Verfassung in direkter Folge kein zweites Mal gewählt werden kann, hinterlässt in den eigenen Reihen eine nicht zu schließende Lücke. Seine gemäßigt linke Ausrichtung war großen Teilen des Frente Amplio, vor allem natürlich den an der Koalition beteiligten Kommunisten von je her ein Dorn im Auge. Die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten 5 Jahre verdankt das Land wohl in erster Linie der Politik und der starken Persönlichkeit von Tabaré Vázquez. Ein Präsident Mujica würde die extreme Linke des Frente Amplio stärken und der eher bürgerlichen Orientierung unter dem derzeitigen Präsidenten ein jähes Ende bereiten.</p>
<p>Das Ergebnis der Vorwahl ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Mehrheit der Bürger in einem solchen Linksruck eine Gefahr für den in den letzten Jahren gewachsenen Wohlstand sieht.</p>
<p>Keine Frage, José Mujica gehört zu den schillerndsten, aber auch kontroversesten politischen Persönlichkeiten Uruguays. Es gab in der Geschichte dieses Landes keinen anderen Präsidentschaftskandidaten, der die Gemüter so sehr bewegte. Es war sicher die einmalige Geschichte dieses Mannes, noch mehr aber wohl der Mangel an ernsthaften Alternativen, die dafür sorgten, dass er überhaupt zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde. Noch vor zwei Jahren wäre das vollkommen undenkbar gewesen, zumal José Mujica keinerlei Ambitionen zeigte, im Gegenteil.</p>
<p>José Alberto Mujica Cordano war 1962 einer der Begründer und Führer der berühmt berüchtigten &#8220;Tupamaros&#8221;, der Montivideaner Stadtguerilla MLN (Movimiento de Liberación Nacional – Bewegung zur nationalen Befreiung), die in ihrer Vorgehensweise mit Terroranschlägen und Entführungen hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zum Vorbild der italienischen Roten Brigaden und der deutschen Roten Armee Fraktion, RAF wurde.</p>
<p>1972 wurde José Mujica ebenso wie die gesamte Führung der Tupamaros verhaftet. Unter unmenschlichen Bedingungen, er wurde mehrfach gefoltert, blieb er 13 Jahre lang inhaftiert. Erst mit der Amnestie des 1985 erlassenen &#8220;Gesetzes zur nationalen Befriedung&#8221; (Ley de Pacificación Nacional) wurde er aus der Haft entlassen und begann seine beispiellose politische Karriere, die 2004 in der Berufung zum Landwirtschaftsminister und nun zum Präsidentschaftskandidaten gipfelte.</p>
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		<title>Allgegenwärtig: General Artigas</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 02:50:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael van Bevern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Montevideo]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[typisch Uruguay]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt in Uruguay keinen, aber auch wirklich keinen Ort, indem es nicht entweder eine Calle, einen Boulevard oder eine Plaza gibt, die dem großen Freiheitskämpfer General José Gervasio Artigas gewidmet wurde. Auch findet sich überall ein Denkmal, eine Statue oder wenigstens eine Büste. Letztere schon allein deswegen, weil jeder Ort eine Schule hat und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt in Uruguay keinen, aber auch wirklich keinen Ort, indem es nicht entweder eine Calle, einen Boulevard oder eine Plaza gibt, die dem großen Freiheitskämpfer General José Gervasio Artigas gewidmet wurde. Auch findet sich überall ein Denkmal, eine Statue oder wenigstens eine Büste. Letztere schon allein deswegen, weil jeder Ort eine Schule hat und es gibt nur wenige, vor denen der omnipräsente General die Schüler nicht mit finster-stolzem Blick begrüßt. Zudem trägt in Uruguay jeder den Nationalhelden bei sich, denn sein geprägtes Profil schmückt die Rückseiten sämtlicher Geldmünzen &#8211; von 50 Centésimos bis 10 Pesos.<span id="more-220"></span></p>
<div id="attachment_222" class="wp-caption aligncenter" style="width: 348px"><img class="size-full wp-image-222" style="border: 5px solid grey; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Denkmal Artigas" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/Artigas.JPG" alt="Artigas" width="338" height="499" /><p class="wp-caption-text">Das Artigas-Denkmal auf der Plaza Independencia in Montevideo</p></div>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>José Gervasio Artigas</strong> (* 19. Juni 1764 in Montevideo; † 23. September 1850 in Paraguay), der ein direkter Nachkomme der Inka-Herrscherfamilie Pachacuti war und dessen Großvater zu den ersten Siedlern Montevideos gehörte, trat nach unsteten Jugendjahren mit 33 Jahren in den Dienst der spanischen Krone, um das Vizekönigreich Río de la Plata, zu dem auch die sogenannte Banda Oriental gehörte, die in etwa dem Gebiet des heutigen Uruguay entsprach, an den Grenzen zu Brasilien zu schützen.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1806 &#8211; 1807 war er am Widerstand der Spanier gegen die britische Invasion am Río de la Plata und maßgeblich an der Befreiung der Städte Buenos Aires und Montevideo beteiligt.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nachdem sich in Europa durch die Eroberungen Napoleons die Machtverhältnisse grundlegend geändert hatten und der spanische König Karl IV. 1808 zur Abdankung gezwungen worden war, begannen in den Ländern Südamerikas die ersten Unabhängigkeitsbestrebungen, so auch im Vizekönigreich Río de la Plata. Am 25. Mai 1809 kam es zu ersten Aufständen in deren Folge am 25. Mai 1810 der spanische Vizekönig Cisneros in Buenos Aires abgesetzt wurde und durch einen gewählten Revolutionsrat ersetzt wurde. Die spanische Regierung verlegte daraufhin ihren Sitz nach Montevideo.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als 1811 der neue Vizekönig, Francisco Javier de Elío, der Regierung in Buenos Aires den Krieg erklärte, ging Artigas auf ein Überlaufangebot der Revolutionstruppen ein und zog mit 150 Soldaten in die Banda Oriental, um einen Aufstand zu organisieren. Am 11. April 1811 übernahm Artigas die Befehlsgewalt der Revolution in der Banda Oriental und schlug am 18. Mai desselben Jahres die Spanier in der in Uruguay berühmten Schlacht von Las Piedras. Diesem Ereignis wird noch heute mit einem Feiertag gedacht. General Artigas wurde in Montevideo als &#8220;Primer Jefe de los Orientales&#8221; gefeiert und rief 1812 im neu konstituierten Nationalkongress die &#8220;Provincia Oriental&#8221; aus.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Artigas Unabhängigkeitsbestrebungen widersprachen den Interessen der neuen Herren in Buenos Aires, die sich als die Zentralmacht über sämtliche neu gegründete Provinzen des ehemaligen Vizekönigreichs Río de la Plata sahen. Artigas schwebte ein Bundesstaat am Río de la Plata nach dem Beispiel der Vereinigten Staaten von Amerika vor, wohingegen die Regierung einen monarchistischen Zentralstaat nach europäischem Muster anstrebte. 1814 wurde Artigas von der Regierung in Buenos Aires zum Volksverräter und Vogelfreien erklärt und es wurde eine erhebliche Summe auf seinen Kopf ausgesetzt.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Montevideo gründete sich ebenfalls 1814 die &#8220;Liga der freien Völker&#8221;, die in einem Bürgerkrieg unter anderem unter der Führung von Artigas gegen die Regierung in Buenos Aires antrat und die in den Folgejahren nach und nach die Oberhand gewinnen konnte.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1816 wurden die Provinzen am Río de la Plata von den Portugiesen besetzt, gegen die Artigas 4 Jahre lang kämpfte, bis er nach einer Niederlage bei der Schlacht von Tacuarembó ins Exil nach Paraguay flüchtete. Die Befreiung von der portugiesischen Herrschaft gelang 1825 anderen Nationalhelden Uruguays, den &#8220;33 Orientales&#8221;, die dem Land schließlich die Unabhängigkeit brachten.</p>
<p></br></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">José Gervasio Artigas kam nie wieder nach Uruguay zurück.</p>
<div id="attachment_257" class="wp-caption aligncenter" style="width: 345px"><img class="size-full wp-image-257" style="border: 5px solid grey; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Artigas a la Playa" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/ArtigasPlaya.jpg" alt="Selbst am Strand ist Artigas uns schon begegnet." width="335" height="450" /><p class="wp-caption-text">Selbst am Strand ist Artigas uns schon begegnet.</p></div>
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		<item>
		<title>Ein ganz besonderer Ort: Casa Pueblo</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 17:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael van Bevern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sehenswürdigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflugsziele]]></category>
		<category><![CDATA[Maldonado]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Punta del Este]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der bekanntesten Fotomotive Uruguays ist die in den Klippen Punta Ballenas gelegene Casa Pueblo mit ihren leuchtend weißen Mauern und dem schier unüberschaubaren kaskadenartigen Labyrinth seiner Terrassen und Türmchen.

Das Bauwerk scheint organisch, mehr gewachsen als gebaut, runde, natürliche Formen herrschen vor. Es ist ein magischer Ort mit einer faszinierenden Atmosphäre und wer nach Punta [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Eines der bekanntesten Fotomotive Uruguays ist die in den Klippen Punta Ballenas gelegene Casa Pueblo mit ihren leuchtend weißen Mauern und dem schier unüberschaubaren kaskadenartigen Labyrinth seiner Terrassen und Türmchen.<span id="more-86"></span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-87 aligncenter" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; border: 5px solid #808080;" title="casapueblo1" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/casapueblo1.jpg" alt="Casa Pueblo" width="450" height="300" /></p>
<p>Das Bauwerk scheint organisch, mehr gewachsen als gebaut, runde, natürliche Formen herrschen vor. Es ist ein magischer Ort mit einer faszinierenden Atmosphäre und wer nach Punta del Este kommt, sollte auf jeden Fall einen Besuch einplanen.</p>
<p>Eine Besichtigung am Wochenende ist allerdings nicht unbedingt ratsam, denn dann ist die Casa Pueblo oft ziemlich überlaufen und von der besonderen Stimmung ist dann nicht viel zu spüren. Am besten, man sucht sich einen Spätnachmittag in der Woche außerhalb der Hauptreisezeit aus und genießt bei einem guten Glas Tannat auf einer der Besucherterrassen den Sonnenuntergang über dem Río de la Plata &#8211; das ist pure Magie.</p>
<p>Der Sonnenuntergang wird zumindest während der Sommermonate in Uruguay ohnehin Abend für Abend regelrecht zelebriert &#8211; am Strand, an den Küstenpromenaden, überall strömen die Menschen zusammen, um mit dem Matebecher in der Hand und der Thermoskanne unter dem Arm das Schauspiel zu genießen. Wenn die Sonne schließlich verschwunden ist, erhält sie sogar Applaus. Auf den Terrassen des Casa Pueblo applaudiert man nicht nur der Sonne, sondern der Gesamtinszenierung und natürlich dem Schöpfer dieses Kunstwerks &#8211; dem berühmten uruguayischen Maler und Bildhauer Carlos Páez Vilaró.</p>
<p>In den Werken Vilarós spielt die Sonne eine wichtige Rolle. &#8220;Durch die Sonne kann ich die Farben des Lebens sehen, wenn die Dunkelheit Platz macht für das Licht des neuen Tages. Und eine neue Welt ist geboren.&#8221;, sagte er einmal.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-89" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; border: 5px solid grey;" title="casapueblo4" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/casapueblo4.jpg" alt="casapueblo4" width="450" height="323" /></p>
<p>Carlos Páez Vilaró, der manchmal auch als der Picasso Uruguays bezeichnet wird, wurde 1923 in Montevideo geboren. Der Künstler hat über vierzig Jahre an dem bemerkenswerten Bauwerk gearbeitet, das heute ein Hotel, Restaurants, ein Museum mit sehenswerten Werken Vilarós sowie das Atelier und die Wohnung des Künstlers beherbergt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-88" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; border: 5px solid grey;" title="casapueblo2" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/casapueblo2.jpg" alt="casapueblo2" width="450" height="338" /></p>
<p>Geplant hatte Carlos Páez Vilaró das alles nicht. Es ist entstanden &#8211; planlos &#8211; ohne auch nur die Grundregeln der Architektur zu beachten. Páez Vilaró &#8220;entschuldigte&#8221; sich sogar dafür: &#8220;Ich bitte die Architektur um Verzeihung, weil ich so frei wie ein Töpfervogel war.&#8221;</p>
<p>Als er 1958 die erste Hütte baute, gab es weder Strom noch Wasser in Punta Ballena, keine angelegten Straßen, keinen Baum und keinen Strauch. Mit den eigenen Händen und einer einfachen Schaufel zog er Mauer für Mauer, ständig im Kampf gegen gerade Linien und Winkel. Als schließlich aus der Hütte so etwas wie ein Haus wurde, fragten die Behörden nach der Baugenehmigung. &#8220;Ich brauche keine Genehmigung,&#8221; argumentierte Páez Vilaró, &#8220;denn ich baue kein Haus, sondern eine begeh- und bewohnbare Skulptur.&#8221; Man hat ihn gewähren lassen. Die Genehmigung hat er bis heute nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-90" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; border: 5px solid grey;" title="casapueblo3" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/casapueblo3.jpg" alt="casapueblo3" width="450" height="338" /></p>
<p>Gewidmet, so sagt man, habe er die Casa Pueblo seinem Sohn, der 1972 einer der wenigen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes in den chilenischen Anden war. Das Unglück hatte für weltweites Aufsehen gesorgt, da Carlos Paéz Rodriguez und die fünfzehn anderen Überlebenden über zwei Monate in etwa viertausend Meter Höhe und bei Temperaturen bis zu Minus vierzig Grad nur deshalb aushielten, weil sie die sterblichen Überreste der Verstorbenen verzehrten. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uruguayan-Air-Force-Flug_571" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a>)</p>
<p>Das Museum ist täglich von 9 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Der Eintrittpreis beträgt 5 US$. Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt frei.</p>
<div id="attachment_286" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-full wp-image-286 " style="border: 5px solid grey; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="casapueblo5" src="http://immobilienuruguay.com/wp-content/uploads/2009/07/casapueblo51.JPG" alt="casapueblo5" width="450" height="334" /><p class="wp-caption-text">Adios sol y hasta mañana!</p></div>
<p style="text-align: center;">
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